Am 15. Dezember 2011 hat der Gemeinderat das erste Mal im neuen luxuriösen Sitzungssaal getagt. Wohlgemerkt, die kleinere Hälfte des Gemeinderates (49,79% = ubg, FPÖ, SPÖ) wäre auch mit weniger Luxus zufrieden gewesen, die ÖVP (50,21%) hingegen wollte eine Luxusvariante, die keine Wünsche offen lässt. Wie teuer diese sein wird, konnte auf Anfrage des Bürgerforums derzeit weder vom Bürgermeister noch vom Amtsleiter beantwortet werden. Schon allein die schweren ledergepolsterten Sessel, auf denen die Gemeinderäte nunmehr sechs bis siebenmal im Jahr sitzen dürfen zeigen, wie viel Wert auf Luxus gelegt wurde.
Es wurden wirklich keine Kosten und Mühen gescheut. Der Bevölkerung wurden in einer beispiellosen Medienkampange die Vorzüge des neuen Gemeindehauses via BTV und Zeitung ins Haus geliefert. Was die Öffentlichkeit in den Medien aber tunlichst nicht erfahren sollte ist der Umstand, dass die erwünschte Energieeinsparung annähernd auch mit günstigeren Dämmstoffen hätte erzielt werden können. Auch das knapp zehn Jahre alte Tonziegeldach hätte dafür nicht heruntergerissen werden müssen.
Dass der Bürgermeister und die ÖVP seit einem Jahr nicht müde werden, den Umbau des Gemeindeamtes schön zu reden ist verständlich, wenn man weiß mit welchem Unmut die Bevölkerung in Gampern dieses Prestigeprojekt beobachtet und heute noch sieht. 400 Bürgerinnen und Bürger haben sich im Frühjahr mit ihrer Unterschrift gegen dieses Projekt ausgesprochen.
Für eine zeitgemäße Einrichtung und energietechnische Sanierung des Gemeindeamtes ist das Bürgerforum immer eingetreten und hat diese auch gefordert. Unsere Kritikpunkte waren und sind die immensen Kosten, die dieses Projekt verschlingt und die nicht vorhandene Gesprächsbereitschaft der ÖVP und des Bürgermeisters über mögliche Einsparungsvorschläge.
Die Leute müssen von der Politik erwarten können, dass ihre Steuergelder besonders in schwierigen Zeiten verantwortungsbewusst eingesetzt und sinnvoll verteilt werden. Prestigeprojekte wie das Gemeindeamt werden letztendlich von den Steuerzahlern über Kommunal-, Einkommens-, Umsatz-, Grundsteuer und besonders in Gampern, auch über die Kanalgebühren bezahlt.
„Wir leben über unsere Verhältnisse“ sagt der Chef des Landesrechnunghofes im OÖN-Interview am 17. Dez. 2011 und rät den Politikern, nicht alles schön zu malen, sondern der Bevölkerung die Wahrheit zu sagen. Die wird die Schuldenkrise und daraus entstehenden Sparpakete schon in naher Zukunft schmerzlich zu spüren bekommen.
Die Menschen haben für Luxusprojekte und Geldverschwendung kein Verständnis mehr. Wir können sie uns nicht mehr leisten!